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Madeira

Madeira

Ponta Sao Lourenco Anfang Mai 2014
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18.06.14 18:33
Velvet 

Madeira-Strelitzie

Ponta Sao Lourenco Anfang Mai 2014

Nabend zusammen,

nachdem wir schon zweimal ungefähr zur selben Jahreszeit auf der Halbinsel waren, bot sich diesmal ein ganz neuer Aspekt. Aufgrund des relativ kühlen und feuchten Frühjahres blühte es hier an allen Ecken und Enden, wobei gelbe und weiße Blüten eindeutig dominierten (mal abgesehen von den Gäsern). Einer der häufigsten "Weißblüher" war die Wilde Möhre (Daucus carota), die allerdings in weiten Bereichen Europas verbreitet ist und nicht gesondert vorgestellt werden muss. Recht häufig ist auch das Einblütige Leimkraut (Silene uniflora), das man regelmäßig am Wegesrand sehen kann, ebenso wie den Basilikum-Ziest (Stachys ocymastrum), der auf der Insel insgesamt recht häufig anzutreffen ist.





Seltener ist die (auf dem Foto leider schon fast verblühte) Lourenco-Strohblume (Helichrysum devium), die der Schwarzaugen-Strohblume (Helichrysum melaleucum) ähnelt.



Ein Unterscheidungsmerkmal ist auf den Blättern zu finden. Während die Blätter der Lourenco-Strohblume deutlich 3 parallele Hauptnerven besitzen, erkennt man bei den Blättern der Schwarzaugen-Strohblume nur einen deutlichen (Mittel-)Nerv, von dem dann etwas schwächere Seitennerven abgehen. Auch sind hier die Blätter leicht gestielt, während bei der Lourenco-Strohblume ein Blattstiel fast nicht zu erkennen ist. Sie ist übrigens nur im Ostzipfel von Madeira zu finden.





Wesentlich auffälliger waren allerdings die "Gelbblüher", allem voran die Drüsige Wolldistel (Andryala glandulosa), die stellenweise fast fußballfeldgroße Flächen bedeckte. Da es von dieser Art im Forum schon Abbildungen gibt, verzichte ich hier auf ein weiteres Foto. Ebenfalls nicht zu übersehen war ein kleiner Kreuzblütler, der auch in gröberen Mengen in der Gegend rumstand. Der Runzelige Rapsdotter (Rapistrum rugosum) ist - im Gegensatz zu anderen gelben Kreuzblütlern auf der Insel - dank seiner charakteristischen Früchte (falls vorhanden) nicht zu verwechseln.





Neben der Wilden Artischocke (Canara cardunculus), die allerdings erst später im Jahr blüht (vereinzelt waren aber schon blaue Tupfer im Gras zu sehen), gibt es auf der Halbinsel noch ein weiteres, recht hartstacheliges Gewächs. Der Gefleckten Golddistel (Scolymus maculatus) sollte man jedenfalls nicht zu Nahe treten, da sie ziemlich bissig werden kann.



Eine recht häufige Pflanze, die jedoch auf Grund ihrer geringen Größe nicht immer sofort gesehen wird, ist der Stachelige Skorpionsschwanz (Scorpiurus muricatus).



Etwas seltener gibt es noch eine verwandte Art, den Wurmförmigen Skorpionsschwanz (Scorpiurus vermiculatus), dessen Früchte allerdings deutlich weniger "stachelig" sind. Außerdem sind seine Blütenstände in der Regel einblütig, während der Stachelige Skorpionsschwanz pro Blütenstand zwei bis vier Blüten aufweist.





Zum Abschluß noch ein typischer Vertreter extrem trockener und karger Böden. Das Kanaren-Eiskraut (Aizoon canriense) besiedelt ähnliche Standorte wie die Knotenblütige und die Kristall-Mittagsblume (auch Eiskraut genannt) (Mesembryanthemum nodiflorum und M. chrystallinum, Fotos ebenfalls schon im Forum vorhanden).



Ich denke mal der Wiedererkennungswert der vorgestellten Pflanzen ist so hoch, dass der eine oder andere sie zur entsprechenden Jahreszeit ohne Probleme ansprechen kann. Und ganz sicher wird der eine oder andere diese Pflanzen auch schon gesehen haben...

Ach ja, außer den beiden Strohblumen waren keine Endemiten dabei

Gruß
Velvet

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Basilikum-Ziest.jpg Basilikum-Ziest.jpg (120x)

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Einblütiges Leimkraut.jpg Einblütiges Leimkraut.jpg (160x)

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Früchte Rapsdotter.jpg Früchte Rapsdotter.jpg (90x)

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Früchte Stacheliger Skorpionsschwanz.jpg Früchte Stacheliger Skorpionsschwanz.jpg (116x)

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Früchte Wurmförmiger Skorpionsschwanz.jpg Früchte Wurmförmiger Skorpionsschwanz.jpg (90x)

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Gefleckte Golddistel.jpg Gefleckte Golddistel.jpg (93x)

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Kanaren-Eiskraut.jpg Kanaren-Eiskraut.jpg (137x)

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Lourenco-Strohblume 2.jpg Lourenco-Strohblume 2.jpg (126x)

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Runzeliger Rapsdotter.jpg Runzeliger Rapsdotter.jpg (95x)

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Schwarzaugen-Strohblume.jpg Schwarzaugen-Strohblume.jpg (102x)

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Stacheliger Skorpionsschwanz.jpg Stacheliger Skorpionsschwanz.jpg (112x)

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18.06.14 21:21
ulrich 

Madeira-Levkoje

Re: Ponta Sao Lourenco Anfang Mai 2014

Die Halbinsel kenne ich nur vom Februar bzw. vom August/September. Im Februar war sie zwar total grün - ich erinnere mich aber nicht, die von Dir gezeigten Pflanzen gesehen zu haben - vermutlich liegt das auch an meinem Tunnelblick für Flechten -:(
Im August/September war meistens alles trocken und abgestorben. Schön also, auf Deinen Bildern zu sehen, was es in dieser wüstenhaften Landschaft für Schönheiten gibt.
Danke fürs Zeigen und Erklären!
mfg Ulrich

19.06.14 12:56
bacalhau 

Administrator

Re: Ponta Sao Lourenco Anfang Mai 2014

Hallo Velvet,
eine Frage zur gefleckten Golddistel. Auf den meisten Blüten die ich sehe, krabbeln immer so kleine rote Milben oder was weiss ich herum.
Hast Du, oder natürlich jemand aus dem Forum, eine Ahnung um welche Insekten es sich hier genau handelt. Habe mich schon gefragt, ob es auch Zecken sein könnten.
Schaut selbst mal:



Gruß bacalhau

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Gefleckte Distel1.jpg Gefleckte Distel1.jpg (108x)

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19.06.14 19:39
Velvet 

Madeira-Strelitzie

Re: Ponta Sao Lourenco Anfang Mai 2014

Hallo Ulrich,

ich denke mal dass es wohl eher an der Jahreszeit lag. Auch mit einem "Flechten-Tunnelblick" wäre diese Pflanzefülle nicht zu übersehen gewesen
Wir hatten zudem auch noch das Glück, dass das Wetter in den vorhergegangenen Wochen dem Pflanzenwachstum äußerst zuträglich war. Ich könnte mir jedenfalls vorstellen, dass nicht unbedingt in jedem Frühjahr so eine Blütenfülle auf der Halbinsel zu sehen ist. Aber das können sicher diejenigen, die dort öfter langlaufen, besser beurteilen. Jedenfalls erinnere ich mich einen Bericht gelesen zu haben, dass am Teide in diesem Jahr eine Blütenpracht zu bewundern war, wie sie während der letzten 40 Jahre nicht mehr beobachtet wurde. Und auf Teneriffa gab es auch ein sehr regenreiches Frühjahr. Ganz so extrem wird es auf Madeira aber sicher nicht gewesen sein...

Und hallo bacalhau,

ich bin mir ziemlich sicher dass es sich um Milben handelt. Zecken gehören zwar auch zu den Milben, aber alles was ich bisher an Zecken gesehen habe, sah deutlich anders aus. Ist jedenfalls schon auffällig, dass diese Tierchen sich so massiv auf den Blüten tummeln. Könnte sich vielleicht um Raubmilben handeln, die sich von anderen kleinen Krabbeltieren ernähren. Zumindest ist von einigen Arten bekannt, dass sie bei Beutemangel auch Blütenpollen als Nahrung akzeptieren.
Milben gehören übrigens zu den Spinnentieren, ebenso wie z.B. die Weberknechte oder auch die Skorpione (!). Im Gegensatz zu den Insekten, die immer 6 Beine haben, besitzen Spinnentiere in der Regel 8 Beine. Das heißt natürlich nicht, dass alles was 6 oder 8 Beine hat, automatisch auch ein Insekt oder Spinnentier ist. Ist aber eigentlich auch völlig uninteressant…

Gruß
Velvet

22.02.15 16:46
Velvet 

Madeira-Strelitzie

Re: Ponta Sao Lourenco Anfang Mai 2014

Nachtrag: die folgende Art ist mir damals irgendwie unter den Tisch gefallen. Sie ist auf Madeira nicht häufig, aber auf dieser Wanderung gleich im ersten Teil des Weges leicht zu entdecken. Bei der Strauchigen Sode (Suaeda vera) handelt sich um einen etwa 1 m hohen Strauch, der schon von Weitem durch seine graugrüne Färbung auffällt. Die kleinen , halbrunden und fleischigen Blätter sind häufig rötlich überlaufen. Die Blüten sind allerdings recht unscheinbar.



Diese Arte ist im auch gesamten Mittelmeerraum verbreitet und besiedelt vorwiegend Felsküsten und Salzsümpfe.

Gruß
Velvet

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UMH